Kategorie: Ökonomie der Ungleichheit

  • Kritik an Piketty: Stehen goldene Zeiten für Arbeitnehmer/innen bevor?

    In der gestrigen Print-Ausgabe der FAZ (und jetzt auch online beim wirtschaftsfinanzierten schweizerischen Thinktank Avenir Suisse) findet sich eine Kritik an Thomas Pikettys „Kapital im 21. Jahrhundert“ von Ökonom und FDP-Politiker Karl-Heinz Paqué. Es ist eine faire und relativ sachliche Kritik – und sie hebt sich damit wohltuend aus der deutschen Piketty-Debatte hervor.

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  • Hinweis: Stiglitz über Ungleichheit und Kapitalismus

    Auf der – nicht unumstrittenen – Lindauer Tagung für „Wirtschaftsnobelpreisträger“ hat Joseph Stiglitz – einer der Auserkorenen – grundsätzliche Kritik am gegenwärtigen Kapitalismus geäußert. Nicht zuletzt die Lektüre von Thomas Pikettys Buch hätte ihm dies deutlich gemacht:

    When I was growing up, I did not realize that this was the best capitalism ever got.
    Joseph Stiglitz, 21.8.2014

    Er stellt fest dass trotz steigender Produktivität und steigender Vermögenswerte die Realität für viele Bürger – insbesondere, aber nicht nur, in den USA – die Stagnation von Einkommen sei.

    Trickle down economics is not working. (…) Any economic system that does not deliver for very large groups in the population, that does not deliver to a majority of citizens, is an economic system that is failing. And certainly capitalism in America – and this is true in many other countries – is in these terms failing.
    Joseph Stiglitz, 21.8.2014

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  • Hinweis: Ratingagentur S&P sieht Ungleichheit als Wachstumshemmnis

    Eine kürzlich veröffentlichte Studie bezeichnet zu große Einkommensungleichheit als Wachstumshemmnis. Es ist kein neues Forschungsergebnis, das hier aufhorchen ließe – sondern es ist vielmehr interessant, wer diese Studie veröffentlicht hat: die Ratingagentur Standard & Poor’s.

    In einem lesenswerten Artikel zu der Studie heißt es dazu in der New York Times:

    (…) the new S.&P. report is a sign of how worries that income inequality is a factor behind subpar economic growth over the last five years (and really the last 15 years) is going from an idiosyncratic argument made mainly by left-of center economists to something that even the tribe of business forecasters needs to wrestle with.
    Neil Irwin, New York Times 5.8.2014

    Auf Deutsch gibt es zu der S&P-Studie einen Artikel auf Zeit-Online.

    In eine ganz ähnliche Richtung wie einige der von S&P zitierten Studien geht ein Forschungsprojekt von Behringer, Belabed, Theobald und van Treeck. Hier wird zusätzlich aufgezeigt, wie Ungleichheit in Ländern mit traditionell höherer Sparquote als in den USA, die eher unter einer binnenwirtschaftlichen Nachfrageschwäche leiden, ebenfalls zu makroökonomischer Instabilität beitragen kann. In diesem Blogbeitrag auf oekonomenstimme.org werden wichtige Punkte dazu zusammengefasst.


  • Hinweis: Kristof über Ungleichheit

    „Ungleichheit für Anfänger“ – eine Kolumne von Nicholas Kristof in der New York Times. Seine Punkte (zum Teil, aber nicht ausschließlich bezogen auf die USA):

    [lightgrey_box] 1. Vermögensungleichheit hat stark zugenommen – Oxfam schätzt, die reichsten 85 Menschen weltweit besäßen die Hälfte des globalen Vermögens; in den USA besitzen die obersten 1% mehr als die untersten 90%
    2. Ungleichheit wirkt destabilisierend
    3. Ungleichheit ist nicht nur ein Ergebnis von Marktprozessen, sondern auch Resultat einer Manipulation von Märkten und demokratischen Prozessen
    4. Ungleichheit nutzt den Reichen weniger als man denken würde, weil viele Güter „positionale“ Güter sind, deren Wert sich zumindest zum Teil aus dem Vergleich mit anderen speist
    5. Linke reden aus seiner Sicht zu viel über Ungleichheit und zu wenig über Chancen und soziale Mobilität, weil letzteres Thema stärker über die politischen Lager hinweg konsensfähig sei [/lightgrey_box]

    [button link=“http://www.nytimes.com/2014/07/24/opinion/nicholas-kristof-idiots-guide-to-inequality-piketty-capital.html“ color=“grey“]New York Times →[/button]


  • Hinweis: Piketty und Graeber

    Ein spannendes Gespräch mit Thomas Piketty und David Graeber über Kapital, Schulden und die Zukunft – jetzt auf Englisch übersetzt im Magazin „The Baffler“:
    [button link=“http://www.thebaffler.com/odds-and-ends/soak-the-rich“ color=“grey“]The Baffler →[/button]


  • On r > g and saving rates. Assessing Piketty’s „laws of capitalism“ with some simple simulations

    In his bestselling book “Capital in the 21st Century”, Thomas Piketty has proposed – alongside his path-breaking empirical work – a small macroeconomic model which has given rise to controversial debates about the evolution of wealth and income inequality.

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  • Zur Bedeutung unterschiedlicher Sparquoten für Pikettys „Gesetze des Kapitalismus“. Einige einfache Simulationen

    In seinem Bestseller “Capital in the 21st Century” hat Thomas Piketty – neben seinen bahnbrechenden empirischen Ergebnissen – ein kleines makroökonomisches Modell präsentiert, das zu intensiven Debatten über die Entwicklung von Vermögens- und Einkommensungleichheit geführt hat. (mehr …)


  • Dürrer Boden für Verteilungsfragen

    „Den Deutschen geht es richtig gut“ – so lautet der Titel eines Beitrags im FAZ-Wirtschaftsteil von vergangenem Samstag. Aufgehängt ist die Geschichte an einer Studie des wirtschaftsfinanzierten Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, in der Umfragedaten aus den Jahren 1980 bis 2012 des Sozioökonomischen Panels ausgewertet werden. Rund die Hälfte der Befragten gaben demnach zuletzt an, mit ihrem Leben „in hohem Maße zufrieden“ zu sein. Hauptgrund sei die niedrige Arbeitslosigkeit.

    Die FAZ nimmt dies zum Anlass, auf die schwelende Ungleichheitsdebatte einzugehen. (mehr …)


  • Schwache Argumente? Einblicke in den Abgrund der deutschen Piketty-Debatte

    Thomas Pikettys ‚Capital in the 21st Century’ macht international Furore – es führt Bestsellerlisten an, füllt die Blogs und Feuilletons, ja sogar zum Talk-Show-Thema in der ARD hat das Buch, das die wachsende Einkommensungleichheit und Vermögenskonzentration in den Fokus rückt, getaugt. Da ist es nicht verwunderlich, dass es die Kritiker auf den Plan ruft. Die Wucht allerdings, mit der die Attacke von einschlägigen Medien und Ökonomen insbesondere in Deutschland betrieben wird, lässt aufhorchen. Ein Gespenst geht um, das Gespenst der Ungleichheitsforschung. (mehr …)