Man schreibe ein Buch zu einem unbequemen Thema. Man schreibe ein differenziertes Buch. Man fordere politisch brisante Reformen. Dieses Buch wird verrissen und vielfach verzerrt in der Öffentlichkeit diskutiert. Man bemühe sich um Richtigstellung und wiederhole einen Punkt, den man die ganze Zeit macht, betont ihn aber noch mehr, um denen zu begegnen, die das eigene Argument falsch wiedergeben. Geschafft: Man hat in den Augen der Kritiker einen Schwenk vollzogen, ohne ihn je vollzogen zu haben. (mehr …)
Kategorie: Mediendebatten
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Aus gegebenem Anlass: Harald Schumann über Ungleichheit, Statusängste und Ausgrenzung
Harald Schumann, brillanter Investigativ-Journalist beim Tagespiegel und eine Ausnahmeerscheinung unter den deutschen Wirtschaftsjournalisten, auch weil er die großen gesellschaftlichen Megathemen Ungleichheit und Ökologie schon lange und beharrlich thematisiert, hat mit einer Rede als Gast beim Demokratiekongress von Bündnis 90 / Die Grünen vor drei Jahren vieles von dem vorweggenommen, was wir heute erleben. (mehr …)
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Verzerren ‚Wirtschaftsweise‘ Sicht auf Verteilungsfragen?
Im Juli erschien in diesem Blog eine Kritik an einer fragwürdigen Studie des wirtschaftsfinanzierten IW Köln. Die Studie hat nun noch einmal Aufsehen erregt, weil der Sachverständigenrat (die sogenannten ‘Wirtschaftsweisen’) sie aufgegriffen hat. In einer tollen Satire nehmen Max Uthoff und Claus von Wagner das Jahresgutachten und seine verzerrte Wahrnehmug vermeintlich verzerrter Ungleichheitswahrnehmungen aufs Korn:
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Eine schicke Grafik nimmt ihren Lauf
Bereits vor einem Monat erschien in diesem Blog ein kritischer Beitrag zu einer Studie des wirtschaftsfinanzierten IW Köln zu wahrgenommenen Ungleichheiten. Der Tenor: Die Studie hat einen interessanten Punkt, aber ansonsten steht sie auf ziemlich wackeligen Füßen.
Zentrale Kritikpunkte: (mehr …)
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Wie gern haben deutsche Medien Thomas Piketty?
In der Überschrift zu einer kleinen Notiz im Wirtschaftsteil stellt die FAZ heute fest: „Deutsche Medien mögen Thomas Piketty“. Anlass der Meldung ist die Auszählung eines Schweizer Instituts, welche Ökonomen im ersten Halbjahr 2014 in deutschen „Meinungsführer-Medien“ am häufigsten zitiert worden seien. Piketty landete auf Platz drei.
Dabei sagt die Häufigkeit der Zitate noch nichts darüber aus, ob die deutschen Medien Piketty auch mögen.
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Hinweis: Ungleichheitswahrnehmungen
Vor drei Tagen erschien in diesem Blog eine kritische Auseinandersetzung mit dem neusten Versuch des IW Köln, die Verteilungsdebatte einzufangen. Die New York Times greift nun eine Studie von Forscher/innen der Uni Hannover auf, die auch das IW Köln zitiert – allerdings nur selektiv.
Denn einen zentralen Teil der Studie unterschlägt die wirtschaftsnahe Denkfabrik aus Köln: Dass in allen untersuchten Ländern, auch in Deutschland, die Einkommensungleichheit unterschätzt wird, wenn man den wahrgenommenen Abstand zwischen Durchschnitts- und Medianeinkommen betrachtet. Das IW Köln hingegen bezieht sich auf ein Maß, das eine grafische Illustration der Schichtenverteilung betrachtet. Bloß wird in diesem Maß nicht einmal direkt nach Einkommensunterschieden gefragt…
[button link=“http://www.nytimes.com/2014/07/25/upshot/why-voters-arent-angrier-about-economic-inequality.html?rref=upshot“ color=“grey“ target=“_blank“]New York Times →[/button]
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Wer hat hier „verzerrte Umverteilungspräferenzen“?
FAZ und IW Köln haben wieder zugeschlagen. Auf der Basis einer auf wackligen Füßen aufgebauten Studie legen sie nahe, in Deutschland gebe es kein Ungleichheitsproblem und keine Notwendigkeit einer Umverteilungspolitik. Der Beitrag zeigt auf, warum eine solche These gewagt ist. (mehr …)
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Dürrer Boden für Verteilungsfragen
„Den Deutschen geht es richtig gut“ – so lautet der Titel eines Beitrags im FAZ-Wirtschaftsteil von vergangenem Samstag. Aufgehängt ist die Geschichte an einer Studie des wirtschaftsfinanzierten Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, in der Umfragedaten aus den Jahren 1980 bis 2012 des Sozioökonomischen Panels ausgewertet werden. Rund die Hälfte der Befragten gaben demnach zuletzt an, mit ihrem Leben „in hohem Maße zufrieden“ zu sein. Hauptgrund sei die niedrige Arbeitslosigkeit.
Die FAZ nimmt dies zum Anlass, auf die schwelende Ungleichheitsdebatte einzugehen. (mehr …)
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Schwache Argumente? Einblicke in den Abgrund der deutschen Piketty-Debatte
Thomas Pikettys ‚Capital in the 21st Century’ macht international Furore – es führt Bestsellerlisten an, füllt die Blogs und Feuilletons, ja sogar zum Talk-Show-Thema in der ARD hat das Buch, das die wachsende Einkommensungleichheit und Vermögenskonzentration in den Fokus rückt, getaugt. Da ist es nicht verwunderlich, dass es die Kritiker auf den Plan ruft. Die Wucht allerdings, mit der die Attacke von einschlägigen Medien und Ökonomen insbesondere in Deutschland betrieben wird, lässt aufhorchen. Ein Gespenst geht um, das Gespenst der Ungleichheitsforschung. (mehr …)