Monat: August 2014

  • Hinweis: Stiglitz über Ungleichheit und Kapitalismus

    Auf der – nicht unumstrittenen – Lindauer Tagung für „Wirtschaftsnobelpreisträger“ hat Joseph Stiglitz – einer der Auserkorenen – grundsätzliche Kritik am gegenwärtigen Kapitalismus geäußert. Nicht zuletzt die Lektüre von Thomas Pikettys Buch hätte ihm dies deutlich gemacht:

    When I was growing up, I did not realize that this was the best capitalism ever got.
    Joseph Stiglitz, 21.8.2014

    Er stellt fest dass trotz steigender Produktivität und steigender Vermögenswerte die Realität für viele Bürger – insbesondere, aber nicht nur, in den USA – die Stagnation von Einkommen sei.

    Trickle down economics is not working. (…) Any economic system that does not deliver for very large groups in the population, that does not deliver to a majority of citizens, is an economic system that is failing. And certainly capitalism in America – and this is true in many other countries – is in these terms failing.
    Joseph Stiglitz, 21.8.2014

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  • Hinweis: Ratingagentur S&P sieht Ungleichheit als Wachstumshemmnis

    Eine kürzlich veröffentlichte Studie bezeichnet zu große Einkommensungleichheit als Wachstumshemmnis. Es ist kein neues Forschungsergebnis, das hier aufhorchen ließe – sondern es ist vielmehr interessant, wer diese Studie veröffentlicht hat: die Ratingagentur Standard & Poor’s.

    In einem lesenswerten Artikel zu der Studie heißt es dazu in der New York Times:

    (…) the new S.&P. report is a sign of how worries that income inequality is a factor behind subpar economic growth over the last five years (and really the last 15 years) is going from an idiosyncratic argument made mainly by left-of center economists to something that even the tribe of business forecasters needs to wrestle with.
    Neil Irwin, New York Times 5.8.2014

    Auf Deutsch gibt es zu der S&P-Studie einen Artikel auf Zeit-Online.

    In eine ganz ähnliche Richtung wie einige der von S&P zitierten Studien geht ein Forschungsprojekt von Behringer, Belabed, Theobald und van Treeck. Hier wird zusätzlich aufgezeigt, wie Ungleichheit in Ländern mit traditionell höherer Sparquote als in den USA, die eher unter einer binnenwirtschaftlichen Nachfrageschwäche leiden, ebenfalls zu makroökonomischer Instabilität beitragen kann. In diesem Blogbeitrag auf oekonomenstimme.org werden wichtige Punkte dazu zusammengefasst.


  • Eine schicke Grafik nimmt ihren Lauf

    Bereits vor einem Monat erschien in diesem Blog ein kritischer Beitrag zu einer Studie des wirtschaftsfinanzierten IW Köln zu wahrgenommenen Ungleichheiten. Der Tenor: Die Studie hat einen interessanten Punkt, aber ansonsten steht sie auf ziemlich wackeligen Füßen.

    Zentrale Kritikpunkte: (mehr …)


  • Hinweis: Ungleichheit und Politik in den USA

    Lesenswerter Artikel im Magazin „The Baffler“ über die politische Debatte über Ungleichheit in den USA:

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    • Präsident Obama rede eigentlich eher über soziale Mobilität als über ungleiche Einkommen und Vermögen,
    • und seine Rhetorik sei sanft und passiv (Ungleichheit falle quasi auf die Gesellschaft herab) im Vergleich zu früheren US-Präsidenten wie Ted und FD Roosevelt –
    • und doch sei das mehr als von den heutigen Demokraten erwartet werden könne, da die Verbindungen zu finanzstarken Interessengruppen bislang zu eng seien.

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    [button link=“http://www.thebaffler.com/blog/inequality-the-flavor-of-the-month/“ color=“grey“]The Baffler →[/button]


  • Wie gern haben deutsche Medien Thomas Piketty?

    In der Überschrift zu einer kleinen Notiz im Wirtschaftsteil stellt die FAZ heute fest: „Deutsche Medien mögen Thomas Piketty“. Anlass der Meldung ist die Auszählung eines Schweizer Instituts, welche Ökonomen im ersten Halbjahr 2014 in deutschen „Meinungsführer-Medien“ am häufigsten zitiert worden seien. Piketty landete auf Platz drei.

    Dabei sagt die Häufigkeit der Zitate noch nichts darüber aus, ob die deutschen Medien Piketty auch mögen.

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